Der Freistaat baut im großen Stil
Fränkische Landeszeitung vom 09.11.2024
In Dinkelsbühl entsteht bis 2027 an der Neuen Allee die lange geplante Außenstelle der Landesfinanzschule
von Martina Haas
DINKELSBÜHL - Offizieller Baustart für das womöglich größte Projekt, das seit dem Münster St. Georg in Dinkelsbühl verwirklicht worden ist: die Außenstelle der Landesfinanzschule. Für Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer war der Spatenstich mit dem Bayerischen Finanzminister Albert Füracker gestern jedenfalls ein „herausragender Tag für die Stadt".
Zwar könne er nicht genau beziffern, wie viel Geld die Dinkelsbühler Bürgerschaft im Mittelalter in die Hand genommen hat, um das Gotteshaus zu bauen, meinte der OB. Aber mit einem Investitionsvolumen von 57,2 Millionen Euro sei jetzt der Freistaat mit dem Campus der Landfinanzschule Spitzenreiter unter den Dinkelsbühler Großprojekten. Fertig sein soll die Außenstelle 2027.
Staatsminister Füracker bezeichnete in seiner Festansprache die Investition in Dinkelsbühl als ein klares Bekenntnis zum ländlichen Raum. Die Landesfinanzschule leiste mit ihren „hervorragenden Ausbildungsbedingungen und innovativen Lehrkonzepten" bereits einen großen Beitrag zur Attraktivität des öffentlichen Dienstes, war sich der CSU-Minister sicher. Mit dem neuen Campus in Dinkelsbühl sei die Bildungsstätte noch besser für die Zukunft aufgestellt.
Ziemlich lange Entwicklungsphase
Hammer erinnerte an die Chronologie des Projekts. Zwischen 2003 und 2005 hatte die Landesfinanzschule wegen Engpässen am Standort Ansbach bereits einen Ableger in Dinkelsbühl, der dann jedoch nach Feuchtwangen versetzt wurde. Erst als Albert Fürackers Vorgänger im Amt des Finanz- und Heimatministers, der heutige Ministerpräsident Dr. Markus Söder, im Rahmen der Heimatstrategie Dinkelsbühl wieder ins Rennen schickte, war der dauerhafte Auslagerungsstandort in trockenen Tüchern.
Der Grunderwerb, so berichtete Hammer weiter, sei schwierig gewesen. Und weil der Freistaat Bayern seine Projekte selbst genehmigt, sei eine unkonventionelle Genehmigungsplanung nicht möglich gewesen, so der Rathauschef weiter. Dennoch sei die Bauleitplanung innerhalb eines Jahres unter Dach und Fach gebracht worden. Schulen und junge Menschen, fuhr der Oberbürgermeister fort, seien für den ländlichen Raum die Zukunft, denn an seinen Schulort erinnere sich auch später jeder.
Dem Spatenstich an der Baugrube ging ein Festakt im benachbarten Meiser's Design Hotel voraus. Andrea Knoll, Leiterin der Landesfinanzschule Bayern, begrüßte mit ihrem Stellvertreter Martin Utz zahlreiche Vertreter aus der Kommunal- und Landespolitik, der Bau- und Finanzverwaltung.
Die beiden bezeichneten das Bauprojekt als „gute Investition, die gute Rahmenbedingungen für die Nachwuchskräfte" schaffe. Allerdings sei dafür auch ausreichend Personal nötig, um die Nachwuchskräfte, die hier künftig ausgebildet werden sollen, angemessen zu betreuen.
Der Campus in Dinkelsbühl ist eine Außenstelle der Landesfinanzschule Bayern, die ihren Sitz in Ansbach hat. Diese Einrichtung hat der Freistaat bereits vor einigen Jahren für 61 Millionen Euro ausgebaut (siehe auch den Bericht auf „Westmittelfranken").

