Der Spatenstich rückt näher
Fränkische Landeszeitung vom 17.05.2024
Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags gibt 65,7 Millionen Euro für den Bau der Landesfinanzschule in Dinkelsbühl frei - Der OB bedankt sich
von Martina Haas
DINKELSBÜHL - Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hat in München für den Bau der Landesfinanzschule in Dinkelsbühl mit einer Investitionssumme von 65,7 Millionen Euro grünes Licht gegeben. Laut Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer ist das die größte Investition, die der Freistaat Bayern jemals in der „Raumschaft“ Dinkelsbühl getätigt hat.
OB Hammer machte gestern aus seiner Freude über diese Entscheidung keinen Hehl. Großen Anteil habe Hubert Wagner und dessen Team vom Staatlichen Bauamt in Ansbach, das sich „unermüdlich und mit großem Engagement“ für das Projekt eingesetzt habe. Auch Finanzminister Albert Füracker habe sich „in schwierigen Zeiten persönlich für die Umsetzung eingesetzt“, teilte Hammer weiter mit, ebenso wie Bauminister Christian Bernreiter, der den Bau der Landesfinanzschule in seinem Ressort fachlich betreut habe.
Söder stellte die Weichen
In seine überschwänglichen Dankesworte bezog der Dinkelsbühler Rathauschef auch den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder ein, der in seiner damaligen Funktion als Finanzminister „in Eigeninitiative die Dezentralisierung von Behördenverlagerungen in den ländlichen Raum“ beschlossen habe. „Aus einer vorübergehenden Unterbringung der Landesfinanzschule in Dinkelsbühl sei innerhalb von 24 Stunden eine dauerhafte Standortverlagerung“ geworden. Hammer geht von einem Spatenstich für das Projekt an der Ellwanger Straße im kommenden November aus.
Die Bruttogrundfläche des Gebäudes beträgt 8571 Quadratmeter. Es soll Platz für mehr als 100 Auszubildende bieten. Geplant sind 108 Apartments mit eigener „Nasszelle“, davon zwei barrierefrei. Die Mensa sei für eine Vollverpflegung ausgelegt.
Entsprechend der Regierungserklärung „Klimaland Bayern“ soll als Baustoff Holz verwendet werden. Der Neubau besteht aus vier dreigeschossigen Einzelgebäuden, die im Erdgeschoss durch eingeschossige Gebäudeteile verbunden werden sollen. Dort soll Platz sein für die Mensa mit Küche, den Verwaltungsbereich mit Lehrerzimmer und Bücherei, den Mehrzweck- und Prüfungsraum sowie die Lehrsäle.
Das eingeschossige Nebengebäude bietet Platz für Fahrräder, Außengeräte und Entsorgungscontainer. In den beiden Obergeschossen befinden sich die Apartments, Gemeinschafts- und EDV-Räume, ein Serverraum, die Hausbewirtschaftung und das Lager.
Überdachte witterungsgeschützte Brücken verbinden die Einzelgebäude in beiden Obergeschossen. Das Gebäude ist teilunterkellert.
Mit dem Einsatz einer Wärmepumpe könne die Wärmeversorgung vollständig aus regenerativen Energien erfolgen, wird das Vorhaben in einer Pressemitteilung von Oberbürgermeister Hammer erläutert. So soll auf dem Dach eine 124-kWp-Photovoltaikanlage entstehen, die jährlich rund 124 Megawattstunden Strom erzeuge, der für den täglichen Betrieb genutzt werden soll. Die den Eigenbedarf übersteigende Energie soll in das öffentliche Netz eingespeist werden.
Zudem sollen die Dachflächen, auf die Belange der Anlage abgestimmt, begrünt werden. Ergänzend zum Einsatz regenerativer Energien verfügen die dezentralen Lüftungsgeräte der Appartements und die zentralen Lüftungsanlagen über eine Wärmerückgewinnung. Ergänzt wird die Anlage mit Ladepunkten für Elektrofahrzeuge. Das Einsparpotenzial an Kohlendioxid beträgt bei der PV-Anlage laut Stadtverwaltung zirka 13 Tonnen jährlich, bei der geplanten technischen Gebäudeausrüstung im Bereich Heizen und Lüften ist gar von rund 100 Tonnen die Rede.
Die Dinkelsbühler Außenstelle der Landesfinanzschule ist seit 2016 in angemieteten Objekten untergebracht. Mit dem Neubau soll der Schulstandort weiterentwickelt werden.

